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klrxT.

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Endlospause
im Loop

➰

Es sind die Tage danach.
Nach der brutalen Gewissheit
die im Innern nachhallt,
wie tiefes Rauschen –
auf eine Weise laut,
bei der ich mir wünschte,
es wär
leise,
harmonisch
und vertraut.

Du bist weg.

Hast dich aus meinem Leben geschlichen –
bist Gesprächen einfach ausgewichen.
Hast getan, als wär ich zu mühsam.
Als wollte ich alles zerreden.

Dabei warst du
der wichtigste Mensch
in meinem Leben.

Du bist gegangen –
ohne Vorwarnung.

Ich mit null Ahnung.
Außer einem dumpfen Gefühl.
Und dem Gedanken:
Wenn ich es anspreche,
bin ich ja wieder
zu viel.

In unsrem Urlaub
fühlte ich mich
einsam –
obwohl wir
morgens gemeinsam –
erwachten.

Doch du sagtest mal,
ich sollte mir nicht –
immer um alles –
so viele Sorgen machen.

Aber das Gefühl
etwas stimmt nicht
verstummte nicht –
blieb Unterton.

Ein Timbre in D-Moll –
spannungsvoll,
kraftvoll.

Eine Vorahnung,
die mit jedem Tag
weiter anschwoll. 

Und nach dem Urlaub
hast du mich einfach beiseite gelegt.
Unsre Klangfläche – unbewegt.
Leere Takte.
Hörbare Stille.

Jetzt 〜
Ich sitze in meiner Wohnung.

Mein Blick fällt auf ein Foto an der Wand –
eine Szene wie aus einem andern Leben.

Dein Lachen,
wie immer so charmant.
Wir haben getanzt, die ganze Nacht,
und Musik gemacht.
Harmonie im Takt.
Ein gemeinsamer Schritt.

Was davon übrig ist?
Tiefe Hinter-
grundmusik,
die nachklingt–
dissonant.
Ohne Auflösung.
Ein ungelöster Konflikt.

Denn trotz all der Dinge,
die wir gemeinsam hatten,
bleibt diese eine Melodie
wie ein dichtes Gewächs –
ein Nachtschatten,
der in meinen Gedanken wuchert,
sich durch sie hindurchzieht.

🌸

Plötzlich 〜
Ich hör
deine Stimme.

Vom Fenster dringt sie zu mir –
ins zweite Stockwerk.

Ich schaue runter –
und zieh den Kopf 
schnell zurück.

Du bist da.
Na klar.
Jeder Mensch ist auf den Beinen.
Alles sprießt.
Es ist Frühling.
Die Kirschblüten laden ein.

Vor meiner Tür:
der Musikertreff.
Und du mittendrin.

Unter rosaroten Dächern,
die von hier oben
wie kleine Wölkchen aussehn.

Die Musik,
die ihr spielt,
lädt zum Mitmachen ein.

Ein vertrautes Vergnügen
unter Blüten,
mein –
zweites Daheim.

Ich 
hier oben,
neben meinem stillen Instrument.

Du 
da unten –
gerade jetzt
so präsent.

So präsent wie meine Vakanz
im Kirschblütenlicht.

Weil ich weiß:
Ich war nie für dich,
was du warst
für mich.

Und dann schlägt sie ein –
die Erkenntnis:

Wie ein kunstvoller Wechsel.
Scheinbar taktlos.
Aber nicht lautlos.

Ein Impuls –
klar und deutlich:
der Rückschaufehler,
getarnt als Pralltriller.
Schnell und hell.

Trifft das Gewächs
und treibt es an –
mein
Gedanken-
karussell:

wie du
schweigende Entscheidungen
getroffen hast,
während ich dachte:
Ich hab es versucht.

Die Illusion
lachte mir ins Gesicht,
als du sagtest:
„Alles ist gut.“

Voller Adrenalin
denk ich an all die Situationen –

16.00 Uhr-Teestunde,
Umzug am Strand,
Pakete auf der Treppe,
Feierabende – unbekannt.

Und dann:
dein Weggehn –
ohne
verabschieden.

Damit muss ich leben.
Das hab ich begriffen.
Spätestens jetzt.

Denn dein Schweigen –
hallt nach,
ein Rauschen ohne letzten Ton.

Und ich weiß:
Es wird bleiben.
Immer weiter.

Du – die Endlospause im Loop,

die Vakanz
auf meiner D-Moll-Tonleiter 〜

KlrxT ɣ

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