Im Chaos jeder Möglichkeit oder –
Reflexion im Spiegel
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Leben zwischen Imquls ∩ Intuition (sic!)
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Was bleibt, verliert langsam die Zeit, sagt Andreas Altmann.
Zeit ist relativ, sagt Einstein.
Ich schau in den Spiegel und beweg mich rückwärts,
langsam –
nicht in Lichtgeschwindigkeit.
Mein Gesicht wird kleiner,
meine Haut feiner.
Du könntest mal anfangen, aufzuhören,
dich selbst zu zerstören, sagt dein Therapeut.
Der hatte sich 100 pro gefreut,
als du nicht wiedergekommen warst.
Vielleicht hatte er recht gehabt –
deine Selbstzerstörung.
Aber du bist nicht bereit.
Und mit allem, was eben recht ist,
aber tatsächlich schlecht ist,
machst du weiter:
mit zu viel Alkohol, zu viel Party,
zu viel anonymem Sex, schlechtem Gewissen, schlechten Gedanken, die sich wie ein Strick um deinen Kern herumranken,
um das Kostbarste schlängeln,
das Gute und das Schöne verdrängen.
Das Gute und das Schöne.
Du kommst auf die Welt und deine Augen sind auf das Sehen elektromagnetischer Wellen eingestellt; zwischen Infrarot und Ultraviolett, ein reines Farbparkett;
deine Augen können Nuancen wahrnehmen;
das Sonnenlicht im Regen
in seine spektrale Beschaffenheit zerlegen.
Aber deine Augen hängen am Display dran, doomscrolling, Netflix-Bingewatching tagelang
und hinter dem Fenster ignorierst du den Regenbogen und den Sonnenuntergang.
Es wird schon nicht der letzte sein,
mir bleibt noch Zeit, und morgen bin ich bereit.
Morgen werde ich anfangen und nach draußen gehen, um das Schöne zusehen.
Du kommst auf die Welt und dein Gehör ist auf Luftdruckschwankung eingestellt.
Ganz elementar nimmt es Schallwellen wahr.
Zwischen Infraschall und Ultraschall
in Form von Geräusch, Ton, Klang und manchmal Knall,
deine Ohren vernehmen jedes Intervall,
können ein ganzzahliges Vielfaches der Grundfrequenz heraushören,
deine Ohren könnten Symphonien aufspüren.
Aber deine Ohren haften Berichten an über Krieg und den Weltuntergang.
Und an Diskussion darüber, was noch alles passieren kann,
passieren wird, weil du dich in den tiefsten Tönen und dunkelsten Gedanken des Lebens verirrst. Und hinter der Tür ignorierst du dein Kind, das dir ein Lied vorsingen will, aber es wird still, denn du sagst, ich bin müde grad und nicht bereit, aber morgen, morgen bleibt ja auch noch Zeit.
Morgen fange ich an mit wunderschönen Tönen und damit an, das Gute zu hören.
Du kommst auf die Welt und dein Mund ist auf Energie und Luft eingestellt.
Mit hoher Sensibilität nimmt er Geschmack, Temperatur und Berührung wahr – ein Schlüsselorgan, das nicht nur schmecken, sondern auch singen und gut zureden kann.
Aber zwischen Tür und Mangel –
von Zeit,
dein Mund verschlingt lieber das Essen,
emotionaler Hunger gemischt mit Stress stattdessen.
Und oft redet dein Mund auch zu viel,
ist in den entscheidenden Momenten einfach nicht still. Nicht. Still.
Er will nicht reden, doch er will
und dient dann als Ventil.
Von wegen drei Wörter pro Sekunde – 30, 300 –
und während du dich wunderst, woher das alles kommt,
sind es deine Nervenzellen im Gehirn,
die sich an den betreffenden Stellen verirren, eine Flut von Gedanken heraufbeschwören,
Kreuz und Quer – du willst noch sagen, ohne Gewähr.
Aber wie ein Gewehr schießt,
die Luft aus dem Mund heraus in Lauten,
in Silben, in Wörtern kombiniert zu Sätzen, deren Bedeutung des anderen Werte verletzen.
Und dann tut es dir leid, dieser ganze Streit,
du wolltest doch anfangen und aufhören,
Vertrauen zu zerstören,
wolltest ein harmonisches Kapitel komponieren und Wörter und wohlwollende Sätze formulieren,
Nicht in Extremem leben,
sondern Nuancen ausprobieren,
das Gute und das Schöne
in frischen Farben zelebrieren.
Dinge wiederholen sich,
wenn alles so bleibt –
im Laufe der Zeit.
Und heute ist wie jedes Jahr am 8. März – Weltfrauentag – und von Müdigkeit getrieben wärst du gern im Bett geblieben.
Dein Kopf: ein Wimmelbild,
wo bunte Szenen alles Sein in Frage stellt – dicht an dicht –
und wie durch einen Nebel
siehst du wieder
dein Gesicht – im Spiegel.
Endlich wird es dir ultraklar,
wie jedes Jahr.
Und du nimmst dir vor – wie jedes Jahr,
wie jeden Tag –
damit anzufangen, aufzuhören.
Und du könntest schwören: Es ist die Vergänglichkeit der Lebenszeit,
die wir ignorieren –
Vielleicht.
Aber solange Zeit bleibt,
verfolgst du das Gute und das Schöne
im Chaos jeder Möglichkeit.
– KlrxT ❤︎ ɣ
Ergänzung:
An alle, die meine Impulsivität schon mal abbekommen haben – ich gebe zu, ich bin phasenweise „zu viel“ und manchmal „richtig drüber“.
Und inside passiert dann so vieles, das ich nicht halten kann: Gefühle rasen, Gedanken schießen übers Ziel hinaus… Überraschung und Explosion – Keine Ausreden, nur Klartext: Es tut mir leid und ihr seid mir trotzdem wichtig.
März 2025 ❤︎ Ɣ